Diözesane Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen im caritativen Bereich der Diözese Rottenburg-Stuttgart (DiAG-MAV)


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10 Jahre Diözesane Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen

Dokumentation der Jubiläumsveranstaltung am 28.01.1999 in Stuttgart

 

Presseberichte

 

 


Presseerklärung der Vorsitzenden

Am 17. bzw. am 24. Januar 1989 fanden die Gründungsversammlungen der beiden Diözesanen Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen (DiAG-MAV) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt.

Damit wurden die "Dachverbände" der Mitarbeitervertretungen aus den insgesamt ca. 500 kirchlichen Einrichtungen und Dienststellen - Krankenhäusern, Kurkliniken, Einrichtungen der Alten-, Behinderten-, Jugendhilfe, Beratungsstellen, Berufsförderungswerken, Schulen, Bildungswerken, (Gesamt)Kirchengemeinden, Verwaltungen etc. - mit ca. 42.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ins Leben gerufen und die bestehenden kirchlichen Ordnungen für die Vertretung und Mitwirkung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Mitsprache- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in einem ganz wesentlichen Schritt vollzogen.

Die beiden DiAG-MAVen übernehmen innerhalb der kirchlichen Betriebsverfassung jeweils für die Bereiche Caritas und Diözese übergeordnete Funktionen.

Die Aufgaben sind Information, Beratung, Unterstützung der Mitarbeitervertretungen, die Sorge um die Schulungen, Anregungen zur Entwicklung des Dienstvertragsrechts an die zuständigen Kommissionen sowie Mitsprache bzw. Mitbestimmung bei den die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen allgemein betreffenden Fragen.

Mit dem Festakt zum 10-jährigen Bestehen der DiAG-MAVen wollen wir auf die Entwicklung verweisen und die Bedeutung der kirchlichen Betriebsverfassung hervorheben.

Bischof Dr. Walter Kasper wird ein Grußwort sprechen, ebenso Diözesancaritasdirektor Wolfgang Tripp und der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen Günter Däggelmann.

Das Hauptreferat zu Rolle, Aufgabe und Stellenwert der Mitarbeitervertretungen und der Diözesanen Arbeitsgemeinschaften hält Frau Prof. Dr. Renate Oxenknecht (Katholische Universität Eichstätt).

In jüngster Zeit sind die Kirchen durch Rückgänge bei den Einnahmen erstmals nach einer langen Phase der Expansion in die Lage geraten, die Zahl der Arbeitsplätze vermindern zu müssen. In dieser angespannten Situation sind alle gefordert, mit Verantwortungsbewußtsein, Phantasie und Flexibilität soziale Härten abzuwenden.

Die Kostensteigerungen im Personal- und Sachkostenbereich können nur aus den vorhandenen Mitteln bestritten werden, es muß immens gespart werden. Da die Personalkosten in der Regel mit 75% oder mehr zu Buche schlagen, wird der Rotstift auch und gerade hier angesetzt. Die Einrichtungen müssen die Forderungen zur Kostenminimierung durch Erhöhung der Effizienz, Flexibilität und Qualität, durch Einsparungen und Abbau ausgleichen.

Verschärfter Leistungsdruck, Arbeitszeitverdichtung, zunehmende Entsolidarisierung und Existenzangst beeinträchtigen das Klima in den Einrichtungen.

Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist die konstruktive Zusammenarbeit von Mitarbeitervertretungen und Dienstgebern eine unerläßliche Voraussetzung für die Bewältigung der schwierigen aktuellen Probleme. Notwendig ist dazu eine starke und kompetente Interessenvertretung der Arbeitnehmer, um die sozialen Rechte der Betroffenen zu sichern. Mitarbeitervertretungen können vielfach kreativ zur Überwindung von Schwierigkeiten beitragen, beispielsweise durch Entwicklung von alternativen Arbeitszeitmodellen, gemeinsam getragener Personalentwicklung und sozialverträglichen Maßnahmen.

Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben ist ein hohes Maß an Fachkenntnissen, beruflicher Erfahrung, soziale Kompetenz, Zivilcourage, Identifikation und Solidarität Voraussetzung; notwendig für eine qualifizierte Mitverantwortung ist aber auch eine entsprechende Ausgestaltung der Beteiligungsrechte.

Daher kommt der konsequenten Umsetzung der kirchlichen Betriebsverfassung eine besondere Bedeutung zu.

 

Für die Diözesanen Arbeitsgemeinschaften

 

Wolfram Schiering
Stephan Karus
Vorsitzender
Vorsitzender

 

 


Bischof Kasper: Zum kirchlichen Dienst gehört Mitverantwortung

Gemeinsamer Auftrag von Dienstgebern und Mitarbeitern/ 10 Jahre Diözesane Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen

Stuttgart (drs). Bischof Walter Kasper hat den Mitarbeitervertretungen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart seine Unterstützung versichert in dem Anliegen, die Zusammenarbeit aller kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht, transparent und menschlich zu gestalten.

Bei der Feier des 10jährigen Jubiläums der Diözesanen Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen einschließlich des caritativen Bereichs sagte der Bischof am Donnerstag in Stuttgart, Formen der Mitverantwortung und Mitentscheidung gehörten notwendig und selbstverständlich zum Wesen des kirchlichen Dienstes. Sie seien keine unliebsame Einmischung, keine Wichtigtuerei und keine Störung des reibungslosen Betriebs. Die im Sozialwort der Kirchen geltend gemachten und eingebrachten moralischen Maßstäbe und Gestaltungsimpulse für Arbeitgeber hätten schon um der eigenen gesellschaftlichen Glaubwürdigkeit willen auch und gerade Gültigkeit für die Kirchen selbst.

Der Bischof äußerte sich froh darüber, daß die von Dienstgebern und Mitarbeitern geforderte vertrauensvolle Zusammenarbeit "im allgemeinen auch gelingt". Vom kleinsten Pfarrkindergarten bis zu einer Verwaltung wie dem Bischöflichen Ordinariat, von der gemeindlichen Sozialstation bis zu einem Großverband wie der Caritas müsse es Mitarbeitervertretungen geben. Von jeder anderen Institution oder Unternehmung unterscheide sich der kirchliche Dienst dadurch, daß er an die Sendung der Kirche anknüpfe und jeder an seinem Platz "am Werk Gottes mitarbeitet". Die Gemeinschaft aller "im Dienst und Auftrag Jesu Christi" sei der entscheidende Maßstab, an dem sich das Handeln und die Strukturen der Kirche und ihrer Einrichtungen und Organe messen lassen müßten.

Dies schließe organisatorische Sachzwänge, rechtliche Regelungen, Machtstrukturen und damit zusammenhängende Konflikte nicht aus. Sie gehörten, so der Bischof, zur "weltlichen Seite der Kirche, die keine Kirche der Engel, sondern der Menschen ist". Eine Herausforderung und Bewährungsprobe der Kooperation von kirchlichen Dienstgebern und Mitarbeitern sieht der Bischof in den bereits im Gange befindlichen Einsparprozessen im kirchlichen Bereich, wodurch die Diözese auch zu einer Reform ihrer Organisationsstrukturen gezwungen werde.

Der Bischof dankte allen, die sich im Bereich der Mitarbeitervertretungen engagieren. In den letzten zehn Jahren seien die Satzungen und Ordnungen derMitarbeitervertretungen kontinuierlich weiterentwickelt und den veränderten Gegebenheiten angepaßt worden. Dies werde auch künftig notwendig sein.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gibt es derzeit rund 240 Mitarbeitervertretungen für den diözesanen und 150 für den caritativen Bereich, die insgesamt die Interessen von 42.000 kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 500 Einrichtungen und Dienststellen wahrnehmen. Die "Dachverbände" dafür, die Diözesanen Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen, hatten am 17. bzw. 24. Januar 1989 ihre Gründungsversammlung. Die beiden Arbeitsgemeinschaften übernehmen innerhalb der kirchlichen Betriebsverfassung jeweils für die Bereiche Diözese und Caritas übergeordnete Funktionen. Die Aufgaben sind Information, Beratung, Unterstützung der Mitarbeitervertretungen, das Angebot von Schulungen, Anregungen zur Entwicklungen des Dienstvertragsrechtes sowie Mitsprache bzw. Mitbestimmung bei den die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betreffenden Fragen. Die erste Rahmenordnung für eine Mitarbeitervertretung geht auf das Jahr 1971 zurück. (drs/kwh)

 


Zehn Jahre Mitarbeitervertretungen in der Diözese

Stuttgart, 29.1.99 (KNA) Die 390 Mitarbeitervertretungen in Caritas und Diözese Rottenburg-Stuttgart haben zehnjähriges Bestehen gefeiert. Bischof Walter Kasper bekannte sich am Donnerstag in Stuttgart vor den gewählten Vertrauensleuten der 42.000 Mitarbeiter in 500 kirchlichen Einrichtungen zu dieser Form der Mitverantwortung und versicherte ihnen seine Unterstützung. Schon um glaubwürdig zu sein bei den von ihr vertretenen moralischen Maßstäben und Empfehlungen für die Arbeitswelt stehe die Kirche zur Mitentscheidung der Mitarbeiter. Diese gehöre zum Wesen des kirchlichen Dienstes und sei keine unliebsame Einmischung oder Störung des reibungslosen Betriebs. Der kirchliche Dienst unterscheide sich von anderen Unternehmungen dadurch, daß jeder an der Sendung der Kirche und am Werk Gottes mitarbeite.

Im allgemeinen ist die Zusammenarbeit in der Kirche zwischen Dienstgebern und Mitarbeitern von gegenseitigem Vertrauen gekennzeichnet, stellte Kasper fest. Vom Kindergarten bis: zum Bischöflichen Ordinariat und von der Sozialstation bis zum Großverband wie der Caritas müsse es Mitarbeitervertretungen geben. Maßstab sei die Gemeinschaft aller im Dienst und Auftrag Jesu Christi. Da es sich jedoch nicht um die Kirche der Engel, sondern der Menschen handle, seien Machtstrukturen und Konflikte nicht auszuschließen. Sie gehörten zur weltlichen Seite der Kirche und blieben Herausforderung und Bewährungsprobe der Zusammenarbeit, etwa wenn auch die Kirche zum Sparen gezwungen sei.

Die Mitarbeitervertretungen in Diözese und Caritas haben sich im Januar 1989 zu Diözesanen Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen zusammengeschlossen. Die beiden Dachverbände haben innerhalb der kirchlichen Betriebsverfassung in ihren Bereichen übergeordnete Funktionen.

BWT-99/1/185 -Funk voraus 28.1.99-

 


Mitverantwortung gestalten im kirchlichen Dienst

Zehn Jahre Diözesane Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen / Bischof versichert seine Unterstützung

Rottenburg/Stuttgart (drs). Bischof Walter Kasper hat den Mitarbeitervertretungen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart seine Unterstützung versichert in dem Anliegen, die Zusammenarbeit aller kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht, transparent und menschlich zu gestalten.

Bei der Feier des zehnjährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen sagte der Bischof, Formen der Mitverantwortung und Mitentscheidung gehörten selbstverständlich zum Wesen des kirchlichen Dienstes. Sie seien keine unliebsame Einmischung, keine Wichtigtuerei und keine Störung des reibungslosen Betriebs, Die im Sozialwort der Kirchen geltend gemachten und eingebrachten moralischen Maßstäbe und Gestaltungsimpulse für Arbeitgeber hätten schon um der eigenen Glaubwürdigkeit willen Gültigkeit für die Kirchen selbst.

Der Bischof äußerte sich froh darüber, daß die von Dienstgebern und Mitarbeitern geforderte vertrauensvoile Zusammenarbeit im allgemeinen auch gelingt. Vom Pfarrklndergarten bis zu einer Verwaltung wie dem Bischöflichen Ordinariat, von der Sozialstation bis zu einem Großverband wie der Caritas müsse es Mitarbeitervertretungen geben. Von jeder anderen Institution oder Unternehmung unterscheide sich der kirchliche Dienst dadurch, daß er an die Sendung der Kirche anknüpfe. Die Gemeinschaft aller im Dienst und Auftrag Jesu Christi sei der entscheidende Maßstab.

Dies schließe organisatorische Sachzwänge, rechtliche Regelungen, Machtstrukturen und damit zusammenhängende Konflikte nicht aus. Sie gehörten, so der Bischof, zur weltlichen Seite der Kirche, die keine Kirche der Engel, sondern der Menschen ist. Eine Herausforderung und Bewährungsprobe sieht der Bischof in den bereits im Gange befindlichen Einsparprozessen im kirchlichen Bereich. Der Bischof dankte allen, die sich im Bereich der Mitarbeitervertretungen engagieren.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gibt es derzeit rund 240 Mitarbeitervertretungen für den diözesanen und 150 für den caritativen Bereich, die insgesamt die Interessen von 42 000 kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 500 Einrichtungen und Dienststellen wahrnehmen.

Die Dachverbände dafür, die Diözesanen Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen, hatten im Januar 1989 ihre Gründungsversammlung.

Schwarzwälder Bote 02-02-99

 


DiAG - Jubiläum Rottenburg Stuttgart

Die beiden DiAGen des Bistums Rottenburg-Stuttgart luden zur 10. Geburtstagsfeier - und viele, viele kamen. Unter den mehr als 300 Gästen Bischof Walter Kasper, Generalvikar Redies, Diözesancaritasdirektor Tripp, Dienstgeber aus allen Sparten und natürlich MAVler/innen, Gäste von den MAVen der evangelischen Kirche, der ÖTV - der BAG-Vorstand war auch da ! Es war eine Veranstaltung der ganz besonderen Art. Ein offizieller Teil am Morgen - der Bischof, sichtlich stolz, daß die DiAGen so gut arbeiten und mit der Perspektive, diese Arbeit auch weiter zu unterstützen, ein Diözesancaritasdirektor, der ungeschminkt zugab, daß die DiAG eine manchmal unangenehm harte Nuss sei, aber auch mit Lob für die professionelle Arbeitsweise nicht geizte. Der BAG-Vorsitzende Günter Däggelmann nahm in einer Satire die Eigenart(igkeiten) des Verhältnisses Bistums-Leitung - DiAG und des kirchlichen Dienstes haarscharf aufs Korn, Frau Prof. Dr. Renate Oxenknecht als Festrednerin zeichnete Entwicklungslinien des MAV-Wesens nach, arbeitete Schwachstellen der kircheneigenen Struktur heraus und zeigte Perspektiven auf, wie das Mitarbeitervertretungswesen im Vergleich zu den Betriebsverfassungsstrukturen an Glaubwürdigkeit gewinnen könnte. (Die Beiträge sind unter http://www.diag-mav.org im Volltext zu genießen). Umrahmt wurde das Ganze von einem professionellen Saxophon-Quartett, die Geschäftsführerin der DiAG B Frau Anne Stauß führte charmant und ebenso professionell durch das Programm.

In der Mittagspause gab es Gelegenheit, sich die Präsentationen der beiden DiAGen in Ruhe zu betrachten; Kernpunkt des verfaßten Bereichs, PEP 2001 (ein Personalentwicklungsprozess der DiAG in Zusammenwirken mit der Bistumsleitung); Kernpunkt des caritativen Bereichs eine Internetpräsentation der DiAG-Arbeit auf Großleinwand - der Chef W. Schiering war selbst am Werk. Dann ging es ab in Gesprächskreise, der PEP-Prozess mit Sketch-Einführung und Podiums-Gespräch sowie die Frage der Zukunft der AVR unter Leitung von Th. Schwendele (AK) bewegte die Gemüter. Zum Schluß eine Stunde Kabarett mit den ,,Maulflaschen" - 5 Studenten der Religionspädagogik boten Kirchenkabarett vom Feinsten.

Fazit: Ein dickes Lob den Vorsitzenden Stefan Karus und Wolfram Schiering mit ihren Vorständen - es war eine tolle Veranstaltung !!

 


10 Jahre DiAG-MAV - und jetzt auch noch im Internet

Herzliche Glückwünsche der ÖTV haben wir der noch jungen DiAG-MAV zum 10-jährigen Bestehen überbracht und uns für die gute Zusammenarbeit bedankt.

Die Mitarbeitervertretung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat jetzt einen neuen Service eingerichtet.
Unter http://www.diag-mav.org ist sie im Internet vertreten. Die DiAG-MAV stellt auf ihren seiten wichtige Grundlagen zum Arbeitsrecht in der Diözese zur Verfügung.
Ebenso können dort per e-mail Informationen eingeholt werden. Ein breites Seminarangebot ergänzt den Service.

ÖTV Ge*Ki*S*S Nr.10/März 1999