Diözesane Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen im caritativen Bereich der Diözese Rottenburg-Stuttgart (DiAG-MAV)


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10 Jahre Diözesane Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen

Dokumentation der Jubiläumsveranstaltung am 28.01.1999 in Stuttgart

BAG-MAV, Günter Däggelmann

Grußwort zum 10-jährigen DiAG-Jubiläum

 

Hochverehrter Herr Bischof, Herr Generalvikar, liebe Schwestern und Brüder in unserer Dienstgemeinschaft!

Die DiAG hat Geburtstag - ein Grußwort der etwas anderen Art !
Achtung Satire !!!!

Die DiAG wird 10 Jahre alt - ein Grund zum Feiern ! Als "großer Bruder" aus Freiburg , die A-DiAG wird dort dieses Jahr volljährig, will ich von der Entwicklung unseres Jubelkindes erzählen.

Die DiAG - war sie ein Wunschkind? Wohl nicht - aber man wundert sich, was aus so einer verkrachten Beziehung zwischen Mutter Kirche und Gewerkschaft sich so alles entwickeln kann.

Die Mutter tat sich damals etwas schwer, ob sie das Kind denn wirklich will, der Vater wurde nach gut biblischem Vorbild erst gar nicht gefragt. Aber dann entschied sich die Mutter trotz des schwierigen Umfelds nach intensiver Beratung für das Kind. Die Schwangerschaft verlief normal. Die Mutter verspürte gelegentliche Senkwehen, das Kind drängte es ans Licht, es kam jedoch nicht zur Frühgeburt.

Die Geburt nahte, heftige Wehen, einige Preßwehen, dann waren sie da! Zwillinge!
Die Mutter zog die Kleinen gleich an ihre Brust, der unbeteiligte Vater erhielt fortan Besuchsverbot!

Die Kleinen entwickelten sich:

  • Strampelten feste
  • Krähten anfangs noch ziemlich unartikuliert
  • Blähten noch überwiegend geruchlos ab
  • Die Mutter stellte auf feste Haushalts-Nahrung um, als ihr gesichert erschien, daß sie ausreichend Allergene gegen die ÖTV-Allergie gespendet hatte
  • Unsere Kleinen lernten so langsam das Laufen , fielen dabei noch öfter auf die Nase, aber eben nicht sehr tief
  • Es ging auch noch so einiges in die Hosen, aber katholische Windeln sind saugfähig
  • Langsam wurden die Kinder sauber, die Mutter lehrte sie, wo man was abladen darf
  • Mama spielte auch fleißig mit den Kindern, aber halt immer nach den Spielregeln der Erwachsenen, entwicklungspsychologisch völlig daneben!
  • Die Kinder bekamen ihren Sandkasten und Förmchen, um Sandburgen zu bauen - ach wie freute sich die Mama, wenn die Kleinen immer wieder kreativ - von vorne anfingen! Das lehrt kirchliche Geduld!
  • Die Kinder bekamen auch einen Ball fürs dienstgemeinschaftliche Rollen-Spiel. Hochschüsse quittierte Mama mit strafendem Blick. Die Feinmotorik entwickelte sich, aber da man nicht nach oben schießen durfte, traf man halt unten das ein oder andere Schienbein!
  • Die Kinder kamen in den Kindergarten. Sie benahmen sich wie richtige Kinder, auch im Umgang miteinander! Kindergarten ist toll, deshalb verstehen sie auch heute noch nicht, warum viele Pfarrer und Gemeindeleitungen den Kindergarten gar nicht so arg mögen. Aber solches Denken hat ja auch wenig mit Kindern (dem potentiellen kirchlichen Nachwuchs) zu tun, sondern mit Geld, Fürsorgeverpflichtung und chronischer Überforderung. Ist kein Kinderwortschatz, können auch 10jährige nicht kapieren, aber liebe Verantwortliche, Kindergarten ist Euere Zukunft!
  • Die Kinder gehen inzwischen selbstverständlich in die katholische Schule - man muß ja auch aufs richtige Leben vorbereitet werden. Dort haben sie schon prägende Dinge gelernt: (3 Beispiele)
    1. Sie haben gelernt, daß, je höher die Gehaltsgruppe und je mehr geweiht, desto weniger muß man sich an bischöfliche Gesetze wie MAVO, AVR, BAT halten. Beweis: Immerhin gehen bundesweit mehr als 80% der Schlichtungsverfahren zu Lasten der Dienstgeber.
    2. Sie haben gelernt, daß das Wort Zusatzversorgung nicht in der Katholischen Soziallehre steht, sie deshalb trotz bischöflichen Gesetzes auch nicht unbedingt nötig ist. Und wenn man sie seinen Mitarbeitern schon unrechtmäßig vorenthalten hat, dann kann man das Problem ja vielleicht qua Gesetzesänderung beheben - im Schwäbischen heißt das dann "wegkolpingen"!
    3. Die Kinder haben auch in der 2. Klasse schon Kirchen-Arithmetik gelernt: 3. Weg (KODA) = 2. Weg (Tarifvertrag) + 1.Weg (Bischofsentscheidung), d.h. übersetzt ins Deutsche: Die KODA nickt, damit wird der BAT durch den Bischof zum Gesetz. So weit so gut. Hat lange reibungslos so funktioniert. Dann kam die Finanzkrise, es mußte neu gerechnet werden. Streicht sich die KODA aus der genannten Gleichung - d.h. sie kommt zu keinem Beschluß, heißt die Formel: 0 = 2. Weg + 1. Weg, es passiert nichts. Beschließen die Tarifpartner nichts, schaut die KODA vielleicht etwas erstaunt, der Bischof ist vielleicht froh, die Formel heißt 3. Weg = 0 + 1.Weg, aber bei Kirchens passiert immer noch nix! Will der Bischof aber nicht, wird die Gleichung aufgelöst. Die Formel heißt dann: 3.Weg = 2. Weg, na, na das geht ja gar nicht. Wie kriegen wir das wieder ins Lot ? Wir sagen 3. Weg = (2. Weg = 0 ) wegen des genannten Besuchsverbots + 1. Weg mal x. Ergebnis : 1.Weg= 3. Weg! Bei der Caritas AK kommt noch 'ne Klammer ( Arbeitsgemeinschaft der Bistümer) dazu, die die Gleichung nur dann nicht kaputt macht wenn sie die Wurzel aus dem Ak-Beschluß zieht und das Ganze mit 2 potenziert. Wie, nicht kapiert? Das ist auch eigentlich noch nix für die Grundschule, die tiefere Einsicht in diese Gleichung kommt frühestens im 12. Semester des Theologiestudiums, spätestens in der Deutschen Bischofskonferenz!

Na ja, Gott sei Dank ist ja Schule auch nicht alles! Die Erziehungswissenschaftler behaupten ja, daß der Einfluß der Mutter zunehmend zurückgeht und die sog. Peer-groups (andere DiAGen in der BAG, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Wirtschaft und Industrie usw.) die weitere Entwicklung wesentlich beeinflussen, die Mutter dadurch neue Einsichten gewinnt und ein erfreuliches Verhältnis zu den Kindern entwickelt, wie das in unserer heutigen Jubel-Diözese offensichtlich der Fall ist. Da ist ja richtig Pep drin, das gibt Hoffnung!

Unsere Zwillinge sind auch schon ganz schön weit entwickelt ! Die sind ja zuweilen schon richtig pubertär, gell Herr Bischof! Aber sprechen Sie doch mit mal Ihrem Amtsbruder Oskar Saier in Freiburg über pubertierende DiAGen! Der hat Erfahrung und hofft inständig, es hinter sich zu haben!

Wer Geburtstag hat, bekommt ein Geschenk ! Damit es keinen Streit gibt, kriegen Kinder und Mutter das Gleiche. Ein Fernglas! Die DiAG-Kinder für den Weitblick, damit der Horizont sich weitet. Verliert aber nicht den Blick für das Naheliegende und das viele Gute, was unsere Kirche zu bieten hat. Aber nehmt das Fernglas, damit der Blick nicht immer am Kirchturm hängen bleibt.

Hochverehrter Herr Bischof, Sie bekommen auch eines! Lassen Sie bitte den Blick schweifen! Die Leitungen in der Diözese, die ja nicht nur gläubig, sondern sicher auch autoritätsgläubig sind, müssen wissen: Der Bischof sieht es, wenn wir seine Gesetze mißachten, und wenn er es sieht, dann schimpft er sicherlich ganz arg mit uns!

 

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute für die nächsten 10 Jahre!