BAG-MAV, Günter Däggelmann 
Grußwort zum 10-jährigen DiAG-Jubiläum
Hochverehrter Herr Bischof, Herr Generalvikar, liebe Schwestern und
Brüder in unserer Dienstgemeinschaft!
Die DiAG hat Geburtstag - ein Grußwort der etwas anderen Art
!
Achtung Satire !!!!
Die DiAG wird 10 Jahre alt - ein Grund zum Feiern ! Als "großer
Bruder" aus Freiburg , die A-DiAG wird dort dieses Jahr volljährig,
will ich von der Entwicklung unseres Jubelkindes erzählen.
Die DiAG - war sie ein Wunschkind? Wohl nicht - aber man wundert sich,
was aus so einer verkrachten Beziehung zwischen Mutter Kirche und Gewerkschaft
sich so alles entwickeln kann.
Die Mutter tat sich damals etwas schwer, ob sie das Kind denn wirklich
will, der Vater wurde nach gut biblischem Vorbild erst gar nicht gefragt.
Aber dann entschied sich die Mutter trotz des schwierigen Umfelds nach
intensiver Beratung für das Kind. Die Schwangerschaft verlief normal.
Die Mutter verspürte gelegentliche Senkwehen, das Kind drängte
es ans Licht, es kam jedoch nicht zur Frühgeburt.
Die Geburt nahte, heftige Wehen, einige Preßwehen, dann waren
sie da! Zwillinge!
Die Mutter zog die Kleinen gleich an ihre Brust, der unbeteiligte Vater
erhielt fortan Besuchsverbot!
Die Kleinen entwickelten sich:
- Strampelten feste
- Krähten anfangs noch ziemlich unartikuliert
- Blähten noch überwiegend geruchlos ab
- Die Mutter stellte auf feste Haushalts-Nahrung um, als ihr gesichert
erschien, daß sie ausreichend Allergene gegen die ÖTV-Allergie
gespendet hatte
- Unsere Kleinen lernten so langsam das Laufen , fielen dabei noch
öfter auf die Nase, aber eben nicht sehr tief
- Es ging auch noch so einiges in die Hosen, aber katholische Windeln
sind saugfähig
- Langsam wurden die Kinder sauber, die Mutter lehrte sie, wo man
was abladen darf
- Mama spielte auch fleißig mit den Kindern, aber halt immer
nach den Spielregeln der Erwachsenen, entwicklungspsychologisch völlig
daneben!
- Die Kinder bekamen ihren Sandkasten und Förmchen, um Sandburgen
zu bauen - ach wie freute sich die Mama, wenn die Kleinen immer wieder
kreativ - von vorne anfingen! Das lehrt kirchliche Geduld!
- Die Kinder bekamen auch einen Ball fürs dienstgemeinschaftliche
Rollen-Spiel. Hochschüsse quittierte Mama mit strafendem Blick.
Die Feinmotorik entwickelte sich, aber da man nicht nach oben schießen
durfte, traf man halt unten das ein oder andere Schienbein!
- Die Kinder kamen in den Kindergarten. Sie benahmen sich wie richtige
Kinder, auch im Umgang miteinander! Kindergarten ist toll, deshalb
verstehen sie auch heute noch nicht, warum viele Pfarrer und Gemeindeleitungen
den Kindergarten gar nicht so arg mögen. Aber solches Denken
hat ja auch wenig mit Kindern (dem potentiellen kirchlichen Nachwuchs)
zu tun, sondern mit Geld, Fürsorgeverpflichtung und chronischer
Überforderung. Ist kein Kinderwortschatz, können auch 10jährige
nicht kapieren, aber liebe Verantwortliche, Kindergarten ist Euere
Zukunft!
- Die Kinder gehen inzwischen selbstverständlich in die katholische
Schule - man muß ja auch aufs richtige Leben vorbereitet werden.
Dort haben sie schon prägende Dinge gelernt: (3 Beispiele)
- Sie haben gelernt, daß, je höher die Gehaltsgruppe
und je mehr geweiht, desto weniger muß man sich an bischöfliche
Gesetze wie MAVO, AVR, BAT halten. Beweis: Immerhin gehen bundesweit
mehr als 80% der Schlichtungsverfahren zu Lasten der Dienstgeber.
- Sie haben gelernt, daß das Wort Zusatzversorgung nicht
in der Katholischen Soziallehre steht, sie deshalb trotz bischöflichen
Gesetzes auch nicht unbedingt nötig ist. Und wenn man sie
seinen Mitarbeitern schon unrechtmäßig vorenthalten
hat, dann kann man das Problem ja vielleicht qua Gesetzesänderung
beheben - im Schwäbischen heißt das dann "wegkolpingen"!
- Die Kinder haben auch in der 2. Klasse schon Kirchen-Arithmetik
gelernt: 3. Weg (KODA) = 2. Weg (Tarifvertrag) + 1.Weg (Bischofsentscheidung),
d.h. übersetzt ins Deutsche: Die KODA nickt, damit wird der
BAT durch den Bischof zum Gesetz. So weit so gut. Hat lange reibungslos
so funktioniert. Dann kam die Finanzkrise, es mußte neu
gerechnet werden. Streicht sich die KODA aus der genannten Gleichung
- d.h. sie kommt zu keinem Beschluß, heißt die Formel:
0 = 2. Weg + 1. Weg, es passiert nichts. Beschließen die
Tarifpartner nichts, schaut die KODA vielleicht etwas erstaunt,
der Bischof ist vielleicht froh, die Formel heißt 3. Weg
= 0 + 1.Weg, aber bei Kirchens passiert immer noch nix! Will der
Bischof aber nicht, wird die Gleichung aufgelöst. Die Formel
heißt dann: 3.Weg = 2. Weg, na, na das geht ja gar nicht.
Wie kriegen wir das wieder ins Lot ? Wir sagen 3. Weg = (2. Weg
= 0 ) wegen des genannten Besuchsverbots + 1. Weg mal x. Ergebnis
: 1.Weg= 3. Weg! Bei der Caritas AK kommt noch 'ne Klammer ( Arbeitsgemeinschaft
der Bistümer) dazu, die die Gleichung nur dann nicht kaputt
macht wenn sie die Wurzel aus dem Ak-Beschluß zieht und
das Ganze mit 2 potenziert. Wie, nicht kapiert? Das ist auch eigentlich
noch nix für die Grundschule, die tiefere Einsicht in diese
Gleichung kommt frühestens im 12. Semester des Theologiestudiums,
spätestens in der Deutschen Bischofskonferenz!
Na ja, Gott sei Dank ist ja Schule auch nicht alles! Die Erziehungswissenschaftler
behaupten ja, daß der Einfluß der Mutter zunehmend zurückgeht
und die sog. Peer-groups (andere DiAGen in der BAG, Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, Wirtschaft und Industrie usw.) die weitere Entwicklung
wesentlich beeinflussen, die Mutter dadurch neue Einsichten gewinnt
und ein erfreuliches Verhältnis zu den Kindern entwickelt, wie
das in unserer heutigen Jubel-Diözese offensichtlich der Fall ist.
Da ist ja richtig Pep drin, das gibt Hoffnung!
Unsere Zwillinge sind auch schon ganz schön weit entwickelt !
Die sind ja zuweilen schon richtig pubertär, gell Herr Bischof!
Aber sprechen Sie doch mit mal Ihrem Amtsbruder Oskar Saier in Freiburg
über pubertierende DiAGen! Der hat Erfahrung und hofft inständig,
es hinter sich zu haben!
Wer Geburtstag hat, bekommt ein Geschenk ! Damit es keinen Streit gibt,
kriegen Kinder und Mutter das Gleiche. Ein Fernglas! Die DiAG-Kinder
für den Weitblick, damit der Horizont sich weitet. Verliert aber
nicht den Blick für das Naheliegende und das viele Gute, was unsere
Kirche zu bieten hat. Aber nehmt das Fernglas, damit der Blick nicht
immer am Kirchturm hängen bleibt.
Hochverehrter Herr Bischof, Sie bekommen auch eines! Lassen Sie bitte
den Blick schweifen! Die Leitungen in der Diözese, die ja nicht
nur gläubig, sondern sicher auch autoritätsgläubig sind,
müssen wissen: Der Bischof sieht es, wenn wir seine Gesetze mißachten,
und wenn er es sieht, dann schimpft er sicherlich ganz arg mit uns!
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute für
die nächsten 10 Jahre!